Italien (10.10.2026 - )
Apulien
Italien war für mich bisher Südtirol, Gardasee, Piemont; der südlichste Punkt, den ich bisher erreicht habe war Sienna in der Toskana - nein, ich war noch nie in Rom. Und jetzt also Apulien, der süd-östlichste Teil Italiens im Stiefel.
Wir sind mit der Fähre in Brindisi angekommen, leider ist das schlechte Wetter noch nicht ganz abgezogen, für das Salento im äußersten Südosten Italiens (der geografischen „Absatz“ des italienischen Stiefels) gilt Wetterwarnstufe 3.
Eine gute Option für schlechtes Wetter sind Einkaufszentren (das erste seit Rumänien), da gibt es immer einen Friseur, Baumarkt, Drogerie, Decathlon.
In den ersten Tagen kam ich mir bei den Besichtigungen von Brindisi, Lecce und Otranto fast vor wie im Museum. Jeder Ort hat eine wunderschöne Altstadt mit Kirchen, schmalen Gassen, einer Festung, Marina, Fischereihafen, hübschen Cafés und Restaurants. Am ersten Abend in Brindisi haben wir nach 135 Tagen (so lange sind wir unterwegs) die erste Pizza gegessen.
Wir sind von Brindisi fast immer an der Adria Küste um die südliche Spitze (Santa Maria di Leuca) rumgefahren und am Ionischen Meer wieder nach Norden über Tarent ins Landesinnere, nächster Halt Matera.
Wer den James Bond "Keine Zeit zu sterben" gesehen hat, kennt Bilder aus Matera. Die Szenen der Verfolgungsjagd am Anfang wurden großteils in Matera gedreht. Matera ist aber auch eine Schluchtenstadt und für seine in Europa einzigartigen Höhlensiedlungen, die Sassi bekannt, die an den Hängen des Canyons "Gravina di Matera" kleben. Seit dem 8. Jh. entstanden bis zu 150 Grottenkirchen mit teilweise gut erhaltenen Wandmalereien, einige der Kirchen können besichtig werden. Beim Schlendern durch Matera fühlt man sich wie in einem rieisigen Freiluftmuseum und durch das viele Treppauf/Treppab tut man direkt noch etwas für die Fitness.
Es gibt in Matera zwei Höhlensiedlungen, die Sasso Caveoso und die Sasso Barisano, getrennt sind diese durch die Altstadt, an deren Spitze proment der Dom liegt. Je nach Tageszeit sind verschiedene Perspektiven grandios (wir hatten aber auch bestes Wetter), fantastsich ist aber der Blick kurz nach Sonnenuntergang zur blauen Stunde.


















