Nordmazedonien (04.09.2026 - 22.09.2026 )

Mit dem Grenzübertritt nach Nordmazedonien (NMK) verlassen wir die EU und es tauchen neue Fragen auf:

  • Wie wird der Grenzübertritt, wie lange sind die Wartezeiten, wie und was wird kontrolliert
  • Wo können wir eine lokale SIM Karte kaufen (diese sind bei unserem Datenvolumen wesentlich günstiger als eSIM)

Obwohl wir an dem wichtigsten Grenzübergang für den Transit zwischen Sofia und Skopje nach Nordmazedonien eingereist sind, war der Grenzübertritt total easy, es war kein Fahrzeug vor oder hinter uns. Es wurden Personalausweise, Fahrzeugschein und Internationale Versicherungskarte überprüft,  wir wurden gefragt, wo wir hinfahren und wie lange wir bleiben und dann haben uns die Grenzbeamten eine gute Reise gewünscht. 

Im ersten größeren Ort nach der Grenze haben wir Bargeld geholt und bei der MK Telekom eine SIM Karte mit unbegrenztem Datenvolumen erstanden, damit sind wir für den Aufenthalt gerüstet. 

NMK ist als ehemaliger Teil von Jugoslawien einer der kleinsten Balkanstaaten, die Fläche ist mit 25.000 qm nur etwa ein Drittel der Fläche Bayerns, von den 1.8 Mio Einwohner leben ca. 1 Mio in den größeren Städten. Etwa 80% der Landesfläche ist von Hügeln oder (Hoch)Gebirge bedeckt, der höchste Gipfel ist der Golem Korab (2764m).
NMK ist ein Vielvölkerstaat bestehend aus Mazedoniern, Albanern, Türken, Roma. Ca 32% sind Muslime, in jedem Ort gibt es mehrere Moscheen und wir hören das erste Mal auf der Reise 5 mal am Tag den Muezzin. 

Learning Nr 1: Da wir wieder in der gleichen Zeitzone wie Deutschland sind, aber wesentlich weiter im Osten, geht die Sonne Mitte September schon vor 19 Uhr unter, um 19:45 ist es stockdunkel.

Learning Nr. 2: An Sonn- und Feiertagen haben viele Geschäfte (u.a. auch Lebensmittel) geschlossen, nach Rumänien und Bulgarien für uns gewöhnungsbedürftig.

Learning Nr 3: Auch wenn es offiziell verboten ist, wird in Cafes und Bars geraucht ☹

Und am 12.09.2026 ist plötzlich Herbst geworden, der Sommer hat sich nach zwei Monaten mit Gewittern und einem wolkenverhangenen Regentag verabschiedet. Die Temperaturen sind in der Tiefebene von 35°C auf 20°C gefallen, in den Bergen ist es entsprechend kühler und wir müssen nachts wieder die Heizung einschalten, damit das Sicherheitsventil des Wassertanks (Frostwächter) nicht automatisch öffnet. 
Für uns beginnen damit die langen Abende im Sprinter, eigentlich viel zu früh. Wir hoffen, dass wir in Griechenland oder Süditalien noch mal Spätsommer erwischen und draußen sitzen können.   

In NMK haben wir uns bei der Auswahl der Sehenswürdigkeiten an den Empfehlungen im Internet orientiert und einige Orte per Zufall oder auf Empfehlung gefunden.

NMK scheint bei Deutschen gerade sehr beliebt zu sein, Flüge nach Skopje sind günstig, es sind viele junge Leute unterwegs (teilweise nur für ein verlängertes Wochenende) aber auch Wohnmobile.

Die Empfehlungen der Top Sehenswürdigkeiten in Nordmazedonien:

Kloster Sveti Joakim Osogovski: lag auf dem Weg von Bulgarien kommend, hübsches orthodoxes Kloster mit einer historischen Kapelle, die eine alte Quelle enthält und einer neueren Kirche. 

Skopje mit altem Bazar, steinerner Brücke und Millenniumskreuz: Die Stadt ist mit etwas mehr als 500.000 Einwohnern überschaubar und strahlt sowohl europäischen als auch orientalischen Flair aus. Es gibt im Stadtbild mehr Moscheen als Kirchen, der Teil nördlich des Flusses Vardar ist durch den Alten Basar (Stara Čaršija, einer der größten orientalischen Märkte auf dem Balkan) sehr muslimisch geprägt, der Teil südlich u.a. durch das Szene Viertel Debat Maloo sehr europäisch. Hier gibt es um den Makedonienplatz (22 Meter hohe Statue von Alexander dem Großen) einen kleinen Stadtkern, die Steinbrücke, eine Bogenbrücke aus dem 15. Jahrhundert , die das moderne Stadtzentrum mit der Altstadt verbindet.
Das Millenniumskreuz haben wir nicht besichtigt, die Seilbahn ist den ganzen Sommer wegen schwerwiegender technischer Probleme außer Betrieb und zum Wandern war es zu heiß.

Matka Canyon: Aus unserer Sicht völlig überbewertet und überlaufen (am Vormittag waren schon 10 Reisebusse da). Wahrscheinlich ist es die Nähe zu Skopje oder wird gerade auf Insta gehyped. Man kann Wandern, sich Kajaks ausleihen und reinpaddeln oder eine Bootstour machen. Thomas wollte nicht Wandern, ich hatte keine Lust auf Kajak, nach längerem Hin- und Her haben wir uns für eine Bootstour inkl. Besichtigung einer Höhle entschieden, war ganz nett, aber es gibt wesentlich schönere Canyons und auch imposantere Tropfsteinhöhlen.

---------------------------------------------------   Eigene Entdeckungen ------------------------------------------------

gefunden auf der Suche nach Stellplätzen oder aufgrund von Empfehlungen oder durch Internet Recherche - wirklich schöne Orte, die sonst kaum andere Touristen auf dem Radar haben.

Megalithische Sternwarte Kokino: Diesen Ort haben wir auf der Suche nach einem Stellplatz gefunden  Auch wenn die Sternwarte für uns mehr nach einem eher beliebigen felsigen Gipfel aussieht, ist dieser Ort doch fast mystisch, besonders bei Sonnenuntergang mit einem fantastischen 360° Rundumblick.
Der Stellplatz unter einer sehr großen, sehr alten Eiche hat uns so gut gefallen, dass wir 2 Nächte geblieben sind.

Sar Planina: Skigebiet – hohe Berge -> also genau unser Ort. Wir standen oberhalb vom Skizentrum an einer Quelle und hatten Besuch von Kühen, Schafen, Pferden und einem ganz hübschen Fuchs.

Natürlich haben wir eine Wanderung gemacht auf den Titov Vrv, mit 2747m der zweithöchste Berg in NMK. Die Tour war mit 24 km und 1200 hm mal wieder lang, im Abstieg auf einer Gratüberschreitung hat uns ein sehr schnell aufziehendes Gewitter überrascht. Zum Glück konnten wir über einen ca. 45° steilen Gras Hang mehr abrutschen als absteigen, zwischendurch mussten wir uns vor dem Hagel unter unseren Rucksäcken verstecken. Das war uns schon fast zu viel Abenteuer, aber wir sind heil runter und zurück gekommen. 

Das Llinden Denkmal oder Makedonium ist ein 1974 errichtetes Denkmal auf dem Berg Gumenja in Krusevo. Es gedenkt dem Llinden Aufstand von 1903, einer Volksrevolte in den Regionen Makedonien und Thrakien gegen das Osmanische Reich, bei dem die kurzlebige Republik Krusevo ausgerufen wurde.

------------------------------------------Und weiter geht's mit den Top Sehenswürdigkeiten ------------------------------------------------

Galicinik und Mavrovo Nationalpark - > Volltreffer: Der Mavrovo NP liegt im nordwestlichen Teil von NMK und hat eine Fläche von 731 km². Zum NP gehören in unteren Etagen ausgedehnte Wälder mit Eichen, Rotbuchen und Fichten, ein 13,7 km² großer Stausee und in höhren Lagen ausgedehnte Grasland, da bis Anfang der 1950er Jahre große Waldflächen abgeholzt wurden, um die damals intensive Schafhaltung zu erleichtern. Es gibt ein paar Wanderwege, MTB Touren und im Winter Ski Betrieb.
Das Dorf Galicnik (50 Einwohner) liegt an den Hängen des Berges Bistra in den Hügeln versteckt und besteht zum Großteil aus Wochenend- oder Ferienhäusern, die aber durch eine alte Häuserarchitektur gekennzeichnet sind. Trotz der Abgeschiedenheit ist der Ort eine Touristenattraktion und auf der gut gekennzeichnete Wanderung auf den Medenica (13 km, 820 HM) waren doch einige unterwegs. Der nächste Ort ist Luftlinie gerade mal 3 km entfernt, aber mit dem Auto muss man 50 km fahren.
Wir haben einen wunderschönen Stellplatz auf einer Wiesenkuppe gefunden mit weitem Blick auf die Hochebene. Es war absolut ruhig, in klaren Nächten ein intensiver Sternenhimmel und richtig kalt. Abends/Nachts hatten wir die Heizung an. Aber es war so super schön, wir sind 3 Nächte geblieben, trotz regnerischem Wetter.

Ohridsee, der Ort Ohrid und Kloster Sveti Naum

Der Ohridsee liegt im Südwesten von NMK, Teile des Sees gehören zu Albanien. Der Ohridsee gilt als der älteste See Europas, er ist 363 qkm groß und bis zu 280 m tief, das Wasser hat die perfekte Badetemperatur und ist glasklar und wir haben uns fast gefühlt wie am Gardasee (aber zum Glück nicht so voll). Wir waren auf einem Campingplatz am Nordwestufer in der ersten Reihe zum See.

Das Städtchen Ohrid liegt am Nordost Ufer des Sees und ist aufgrund seiner reichen Geschichte, der gut erhaltenen Altstadt mit römischem Theater und Zitadelle, der Lage am See und der Nähe zu moderaten Gebirgen heute eine Touristenattraktion und UNESCO-Welterbe.
Ohrid ist eine der ältesten Städte auf dem Balkan und wurde bereits in der Antike besiedelt. Im Mittelalter entwickelte sich Ohrid zu einem wichtigen Zentrum des Christentums und der slawischen Kultur, besonders unter dem Byzantinischen Reich. Im Osmanischen Reich blieb Ohrid ein bedeutendes regionales Zentrum und bewahrte viele historische Kirchen, Klöster und andere Bauwerke. Heute gibt es 10 bedeutende Kirchen und 10 wichtige Moscheen in Ohrid.

Das Kloster Sveti Naum und seine gleichnamige Klosterkirche zählt zu den bedeutendsten historischen Denkmälern der Region, es liegt am Südende des Ohridsees direkt an der albanischen Grenze. Das Kloster wurde zwischen 893 und 900 von dem Gelehrten Naum unter dem Namen Archangel erbaut. Nach seinem Tod im Jahr 910 wurde das Kloster umbenannt und ihm gewidmet. Naum liegt im Kloster begraben.
 

Prespasee und Galičica-Nationalpark: Davon haben wir nicht viel gesehen, nach einer Gewitterfront war es zwar wieder sonnig, aber richtig kalt mit eisigem Wind, eine Wanderung auf 2265m macht wenig Sinn. 
Durch Zufall haben wir auf dem Übernachtungsplatz zwei weitere Sprinter getroffen, ein junges Paar aus der Schweiz und ein Paar in unserem Alter aus Bad Ems. Und nachdem wir uns länger unterhalten haben hatten wir einen neuen Plan für die nächsten Tage – eine 65 km lange Offroad Tour entlang der schwarzen Drin in Albanien.

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